Was ist Freiheit?

Freiheit, jeder scheint zu wissen, was sie ist, die meisten aber irren sich. Die einen vergleichen sie mit Schokolade, die anderen sagen, dass Freiheit unentbehrlich sein sollte, halten aber gleichzeitig an das Schicksal fest, nochmals andere wären schon glücklich, wenn sie einmal selbst über ihr Tun entscheiden dürften. Das eine haben sie aber alle gemeinsam. Sie alle glauben an die Freiheit oder hoffen darauf, aber realisieren nicht, dass diese eigentlich nur ein Kindermärchen ist.

 

Das ist nämlich Freiheit, nur ein Kindermärchen, das auch Erwachsene glauben. Freiheit ist eine Illusion, die von den Menschen erschaffen wurde, um sich nicht so hilflos und verloren zu fühlen. Wir haben nicht wirklich eine Freiheit oder einen freien Willen. Das scheint ziemlich weit aus dem Fenster geholt zu sein, also ein Beispiel gefällig?

Wir liegen am frühen Morgen im Bett und wollen aufstehen, weil wir sonst im Stress wären, aber dennoch bleiben wir noch einige Zeit liegen, weil unser Körper in diesem Zustand des Liegens verharren will. Hier werden wir durch das Trägheitsgesetz beeinflusst. Wenn wir dann aufstehen, dann nur weil uns die Zeit dazu gedrängt hat. Wieso mussten wir denn überhaupt aufstehen? Um natürlich zur Schule oder zur Arbeit zu gelangen, aber wieso eigentlich? Weil wir durch die gesellschaftliche Norm dazu gebracht werden. Unser Körper muss auch irgendeinmal Nahrung und Flüssigkeit zu sich nehmen. Wir werden durch alles in unserer Umgebung, selbst unseren Körper, beeinflusst.

Aber was soll das denn aussagen, würden einige erwidern. Deshalb gehen wir einmal ein wenig weiter und stellen uns eine Welt vor, in der es nichts gibt, das uns beeinflussen kann. So gesehen also eine Welt, in der es nichts ausser unseren Gedanken gibt, aber wenn es dort nichts gibt, mit das wir interagieren können und wir auch nichts kennen, woher sollten wir dann überhaupt wissen, was wir wollen? Erst durch unseren Körper wollten wir essen, durch die Vögel fliegen, durch andere Menschen Gefühle aufbauen, lieben und hassen. Das heisst erst durch die Existenz anderer Dinge, auf die wir reagieren können, kann unser Wille erst entstehen, aber diese Dinge beeinflussen uns gleichzeitig, so dass es nicht wirklich unser freier Wille ist. Es ist paradox, ein freier Wille kann es nur geben, wenn es sonst nichts gibt, aber gleichzeitig haben wir dann in diesem Nichts gar keinen Willen mehr.

Den Menschen aber, macht das alles nicht viel aus. Sie haben sich schon daran gewöhnt und glauben so fest an die Freiheit, dass sie die Gedanken, die diese hinterfragen gar nicht erst zulassen. Auch ist es möglich, dass es schon ausreicht, wenn sie daran glauben, frei sein zu können, denn wenn jemand sich fest an etwas hält, dann ist es für ihn so. Der Glaube ist auch das, das den Menschen Hoffnung gibt. Eine Welt ohne Glaube ist eine Welt der Trostlosigkeit und der Frustration. Der Glaube an etwas lässt uns Menschen hoffen, durchhalten und kämpfen. Das beste Beispiel dafür, sieht man an den Experimenten für die Belegung des Placebo-Effekts. Auch wurde oben ein wenig übertrieben, denn die Freiheit Entscheidungen zu treffen, haben wir. Wir wissen nur nicht, was wir wirklich wollen, wenn nichts auf dieser Welt existieren würde, also nichts da ist, mit dem wir interagieren können.

Schlussendlich lässt sich eigentlich sagen, dass es eigentlich gar nicht schlimm ist, dass wir keinen wirklichen freien Willen haben, denn gäbe es ihn, würden wir gar keinen Willen mehr haben und die Welt wäre wohl ziemlich langweilig. Eine andere Frage wäre auch, warum wir diese Fragen über Freiheit überhaupt stellen, vielleicht weil wir in allem einen Sinn sehen wollen, um nicht unser ganzes Leben als unnötig anzusehen, was es natürlich nicht ist, aber das wäre wohl ein anderes Thema. Ich beneide dennoch  manchmal die Tiere (vor allem faule Tiere wie Pandas und Koalas). Die kümmern sich einen Dreck darum, ob Freiheit unlogisch ist oder nicht. Aber wer weiss, vielleicht ist Freiheit, zu aller Überraschung, doch wie eine Tafel süsser Schokolade.

 

tooth chocolate

 

2 Comments

  1. Unser Leben besteht nicht nur aus Zwängen, sondern wirklich auch aus Freiheit.
    Es ist klar, dass wir nicht direkt frei über die Grundbedürfnisse unseres Körpers entscheiden können, sonst wären es ja keine Bedürfnisse, jedoch können wir trotzdem frei entscheiden ob wir jetzt einen Salat oder einen Burger essen oder ob wir mit dem linken oder dem rechten Fuss zuerst aufstehen.
    Sie haben gute Punkte genannt, weshalb Freiheit eigentlich gar nicht existieren kann, dennoch haben sie aus freiem Willen, diesen gut geschriebenen Blogeintrag, geschrieben und meine Wenigkeit hat diesen Kommentar dazu, aus freiem Willen, verfasst.
    Für mich ist klar das Freiheit existiert, es ist kein Kindermärchen, man kann einfach nicht über Alles frei entscheiden.

    @(・●・)@

    • Sie(warum nicht du, du/Sie bist/sind doch von unserer Klasse oder?)haben recht. Wir haben die Freiheit Entscheidungen zu treffen, aber streng genommen ist es nicht wirklich unser freier Wille. Nehmen wir die Füsse einmal als Beispiel. Hätten wir keine Füsse, so hätten wir doch gar nicht den Anlass zu entscheiden oder? Das heisst, die Füsse sind Voraussetzungen für die Entscheidung, einen Fuss zu bevorzugen. Ebenso verhält es sich mit allen anderen Dingen. Alles um uns ist Voraussetzung für freie Entscheidungen, aber gleichzeitig auch die Einschränkung für unseren absoluten Willen, da dieses Alles uns ja sozusagen manipuliert, eine Entscheidung zu treffen oder etwas zu tun. Ich weise auf den Paradox hin, dass ohne etwas um uns, wir gar nicht wüssten, was wir überhaupt wollten und somit ein absoluter, freier Wille nicht existieren kann. Vielleicht habe ich in meinem Blogeintrag etwas übertrieben. Um es zu noch einmal zu sagen: Freie Entscheidungen gibt es, aber diese beruhen auf das, was um uns ist und ihre Wirkung auf jeden Einzelnen von uns, nicht aber auf das, was wir wirklich wollen. Ein absoluter freier Wille gibt es nicht, weil das, was um uns ist, unseren Willen beeinflusst, wir aber ohne diese Beeinflussung gar nicht wüssten, was wir wollten. Ich habe den Blogeintrag geschrieben, weil ich noch keine drei Blogeinträge habe, die ich zum Bewerten geben kann und dieses Thema mich interessiert. Aber wenn wir diesen Blog im Deutsch gar nicht hätten und wir nicht drei Einträge bräuchten, hätte ich mich gar nicht geäussert. Eben erst durch diese Tatschen bin ich zu der Entscheidung gekommen den Eintrag zu machen. Durch meinen Eintrag und deine/Ihre Gedanken und Meinungen, die meine widersprechen, bist/sind du/Sie zu der Entscheidung gelangt einen Kommentar zu hinterlassen, aber ohne diese vorher schon erwähnten Tatsachen würden ich und du/Sie doch nichts von dem wollen. Wie gesagt, wir dürfen freie Entscheidungen treffen, weil wir auf diese Welt und ihre Beeinflussungen reagieren, aber wenn wir beeinflusst werden, dann ist es nicht mehr vollkommene Freiheit.

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