Das Grüne der Bäume

Wir alle haben gelernt, dass man zu Gelb, „Gelb“ sagt. Wir haben gelernt, dass Rosen rot sind und der Veilchen blau.  Als kleines Kind wurde es uns erklärt. Tomaten sind Rot – der Himmel blau.  Es erscheint sonnenklar, dass wir weisse Milch trinken und rote Kirschen essen.

Die Welt ist voller Farben.  Jeder kann Farben unterscheiden. Doch worin unterscheidet sich eine Farbe? An der Farbe?

Was wäre, wenn jeder die Farben anders sähe? Wenn mein Gegenüber seine Haarfarbe als mein Grün ansähe, ein dritter hingegen als orange?  Was wäre, wenn Blätter, die auf Bäumen wachsen Pink wären?  Was wäre, wenn Wolkenkratzer in den Augen eines anderen in einem hellen Lila erstrahlen würden? – Alles wäre Lila, graue Autos, geteerte Strassen, Wolken am Himmel.

Das Leben ist vielfältig und farbenfroh – und doch nicht. Alles sieht gleich aus, und doch nicht. Woher nehmen wir uns überhaupt das Recht Farben, Namen zu geben?
Blau, mit dieser Farbe malen wir auf Zeichnungen den Himmel. Blau hat sogar einen eigenen Charakter. Blau ist kalt, Gleichzeitig ist es beruhigend und still.
Dieses Wort – Blau. B-L-A-U. Blaaau. Blauuuu.  Bewegende Liebliche Anregende Universalfarbe?

Die ganze Welt besteht aus Zahlen und Buchstaben, sinnlos aneinander gereiht. Ordnung. Graue Ordnung. Langweilige Ordnung. Dabei ist unser Leben doch kuntergrau und dunkelbunt,  der Himmel in Wirklichkeit grün und Hausdächer orange.
Die Welt ist interessant und farbenfroh. Doch wir sehen es nicht. Wir gehen weiterhin gelangweilt in pinken Hochhäusern ein und aus und laufen auf steinig, weichen Betonplatten, die uns schon von weitem entgegenleuchten, in einem langweilig-alltäglichen Rosa.

Ein Beitrag, der zum Nachdenken anregen soll und vielleicht ein klein wenig Verwirrung stiftet.

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noname

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