Die Ungerechtigkeit der Todesstrafe

Ich möchte einmal meine Meinung zur Todesstrafe äussern. Wie man es im Titel schon lesen kann, bin ich kein Fan davon, doch ich will noch begründen, wieso das so ist und all meine Gedanken hier festhalten. Die meisten Todesstrafen werden Mördern verhängt, weshalb es in diesem Beitrag auch nur über Mörder gehen wird.

Zunächst, die meisten Mörder sind keine kaltblütigen Psychokiller, nein, sie sind normale Menschen, denn die meisten Morde geschehen im Affekt. Dann, wenn sie nicht mehr weiter wissen, sie keinen anderen Ausweg mehr sehen, sich ihr Verstand abschaltet und sie erst nach der Tat realisieren was sie getan haben. Das widerlegt gleich ein verbreitetes Argument für die Todesstrafe und zwar dass sie andere Menschen davor abschreckt auch einen Mord zu begehen. Wenn die meisten Mörder zum Zeitpunkt der Tat nicht bei klarem Verstand waren, dann werden sie kaum in diesem Moment darüber nachdenken, was später mit ihnen passiert.

Auch wird damit argumentiert, dass die Todesstrafe humaner sei. Ein schneller Tod sei angenehmer als Jahrzehnte im Gefängnis zu hocken. Aber der mögliche Täter wird lange vor der Hinrichtung, ja sogar vor der Verhandlung mit dem Gedanken konfrontiert, an einem festgesetzten Tag zu sterben. Soll er dann etwa als Verurteilter in seiner Todeszelle sitzen, auf seinen eigenen unverhinderbaren Tod warten und schön Däumchen drehen? Ist das etwa human? Nein, das ist psychische Folterung auf höchster Ebene. Was wenn der Täter eine Familie hatte, die ihn liebte? Wenn der Täter eine Gefängnisstrafe hätte, könnte seine Familie ihn schon allein durch ihre Anwesenheit dazu anspornen sich anzustrengen, damit er aufgrund guter Führung früher entlassen werden kann. Seine Familie würde ihm Hoffnung geben. Durch die Todesstrafe wird die Familie des Täters jedoch mitbestraft, indem man ihnen einfach einen geliebten Menschen nimmt. Die Todesstrafe zerstört dadurch vielleicht nicht nur eine sondern gleich zwei Familien!

Eines der beliebtesten Argumente für die Todesstrafe sagt, dass sie dadurch gerechtfertigt sei, da sie nicht so viel kostet, wie einen Straftäter lange im Gefängnis zu behalten. Also das heisst, man darf einen Menschen umbringen, nur weil es BILLIGER ist? Das Leben eines Menschen kann man doch nicht mit Geld vergleichen, deshalb ist das Argument eher menschenverachtend als gerechtfertigt.

Der Staat will uns die ganze Zeit beibringen, dass Gewalt keine Lösung ist, aber mit der Todesstrafe zeigt sie uns doch das Gegenteil. Ausserdem verhält sich der Staat auch nicht anders als ein Mörder, denn er sieht auch keine andere Lösung, als das Problem so zu lösen, indem man die andere Partei einfach kalt macht. Nur ist es beim Staat noch schlimmer, denn anders als die meisten Mörder hat er mehr als genug Leute, die noch bei klarem Verstand sind.

Todesstrafen schützen uns vor Wiederholungstäter. Das stimmt, aber man weiss nie, ob es wirklich eine Wiederholungstat geben wird und wenn es doch eine gibt, dann hat der Täter eine psychische Störung, weil er seinen Trieben nicht widerstehen kann, er ist krank und unsere Aufgabe ist es doch, Kranken zu helfen? Ein gutes Beispiel sind derzeit die Infizierten der Ebola. Sie sind, wie mordlustige Psychopathen, eine tödliche Gefahr für uns, da das Virus hochansteckend ist, aber bringen wir sie deswegen um? Nein, natürlich nicht, wir versuchen ihnen zu helfen und genau das sollten wir auch bei den Psychopathen tun.

Die Todesstrafe ist also weder human noch gerecht. Wenn sie wirklich gerecht sein sollte, dann hätte ein Mörder Monate im Voraus seinem Opfer ankündigen müssen, wie und wo dieser sterben würde, ohne dass dieser etwas dagegen hätte tun können, aber so ein Monster gibt es nicht oder? Warte doch, nämlich die Menschen, die aus voller Überzeugung die Todesstrafe mit ihrem kindischen Gerechtigkeitssinn befürworten. Ach ja und was ist eigentlich mit den Menschen, von denen die Unschuld erst im Nachhinein bewiesen wurde? Die werden einfach vergessen und es wird so getan, als sei nichts gewesen.

Klar ist es schmerzhaft für die Familie des Opfers, aber wenn sie den Täter sterben sehen wollen, dann sind das Rachegelüste und das führt nie zu etwas Gutes und wie man auch so schön klischeehaft sagt: Der Tod vom Mörder bringt den Toten auch nicht wieder zum Leben!

Ps: Das Bild, das ihr im Cover seht ist von ,,Amnesty International“, eine Organisation, die sich weltweit für die Abschaffung der Todesstrafe einsetzt.

 

 

tooth chocolate

2 Comments

  1. Guter Text, dir fehlt aber klar ein wenig Recherche. Nicht jeder Mörder ist ein kaltblütiger Killer, sie sieht das auch fast jeder Richter oder Gerichtshof. Daher wird auch nicht jeder Mörder zum Tode verurteilt, diese grausame Strafe ist nur den aller Schlimmsten vorbehalten. Normale Menschen? So würde ich es nicht formulieren. Klar steckt in jedem von uns etwas Böses, doch deswegen einen Menschen zu töten? So normal ist das auch wieder nicht. Natürlich gibt es Situationen in denen ein „Mord“ in dem Sinne gerechtfertigt ist, ja sogar nötig manchmal, wenn man selbst mit dem Tod bedroht wird zum Beispiel. Hier würde ich eine klare Grenze setzen. Wenn man jedoch aus persönlichen Problemen einen Mord begeht, finde ich die Todesstrafe berechtigt, ja sogar angebracht. Man findet immer gute oder schlechte Beispiele, aber ein Kindermörder zum Beispiel hat diese Strafe verdient, oder sollte man ihn deiner Meinung nach weiter am Leben lassen und Staatsgelder an ihm verschwenden? Natürlich ist wenns ums Sparen geht das Strafwesen kein grosser Punkt, mir ist es aber wohler, wenn ich weiss, dass solche Menschen für ihre Tat bestraft wurden und nicht noch vom Staat durch Geld unterstützt wird. Schlussendlich bin ich zwar für die Verwendung der Todesstrafe, würde aber beim Rechtsverfahren und bei der Regelung, wer nun diese Strafe erhält, klare Grenzen setzen. Auch gibt es meiner Meinung nach viel humanere Wege einen Menschen zu töten, als z.B. die in der USA verwendeten Methoden.

    ^benksy

  2. Zu deinem Argument mit den normalen Menschen bringe ich einmal ein Beispiel: Ein Mann (nennen wir ihn mal Alf) ist erfolgreich in seinem Job und hat eine wunderschöne Freundin, für ihn läuft alles perfekt, aber eines Tages kommt ein neuer Mitarbeiter (sagen wir ihm Jimbo). Diesen hat unser Alf früher einmal gehänselt, als er noch in der Grundschule war, aber etwas richtig Schlimmes hat ihm nie angetan. Alf hat ihn und seine Taten schon vergessen, denn so lange ist das jetzt her. Jimbo hat ihm das trotzdem nie verziehen und ist jetzt auf Rache aus. Zuerst freundet er sich mit Alf an. Dann nimmt Jimbo ihm alles, was er hat, seinen Job und seine Freundin, quasi sein Leben. Alf wird bankrott und verliert sein Haus. In seiner Depression benutzt er sein restliches Geld für Alkohol. Er ist am Boden zerstört. Was bleibt ihm zu tun? Hilfe bekommt er von niemandem, seine Eltern sind tot und seine Freunde haben ihn satt, weil er zum ekligen Säufer geworden ist. Soll er etwa Selbstmord begehen? Nein, das will er nicht, denn das alles hat er nur Jimbo zu verdanken, nur wegen ihm, ist das passiert. Soll er jetzt etwa seinem Leben ein Ende setzen, damit Jimbo endgültig gewonnen hat? Nein Alf will sein Leben zurück. All der Hass und die Verwirrung darüber, wieso Jimbo das alles getan hat, da sie sich ja doch angefreundet haben und warum er ihn jetzt so hintergangen hat, lässt ihn fast verrückt werden. Er sucht Jimbo auf, alles gerät ausser Kontrolle, sie streiten sich, sie schlagen sich und im nächsten Momment liegt Jimbo voller Blut auf den Boden, tot. Alf weiss nicht, was passiert, er war weg. Er gerät in Panik und verwischt seine Spuren und flieht, denn liebte immer noch seine alte Freundin. Was er getan hat bereut er, denn er ist doch ein guter Mensch, doch zu zusehen wie der Mann namens Jimbo ihm alles wegnahm, das er erreichte hatte und ihn dabei noch auslachte, wie unfähig er war, das hatte er nicht mehr ertragen können. Seine Tat versucht er jetzt aus seinem Gedächtnis zu saufen. Der Verdacht fällt natürlich schnell auf Alf. Er sitzt jetzt im Gericht. Alle Zeugen sagen gegen ihn aus, seine Ex, seine ehemaligen Freunde, denn sie wissen ja nicht, dass Jimbo ihn betrogen hat. Für sie ist Alf der Böse und auch wenn Alf jetzt erzählt auf welche hinterhältigen Weise, Jimbo ihm alles wegnahm, aber seine Ex sagt, was für ein edler Kerl Jimbo doch war, wen wird man eher glauben, den besoffenen Penner Alf, oder einer aufrichtigen Frau? Er wird zur Todesstrafe verurteilt, denn für die Richter war er doch nur Mörder, der aus einfacher Eifersucht einen braven Mann tötete und es niemand gab, der zu seinen Gunsten sprach, denn niemand kannte die Hintergrundgeschichte, ausser Jimbo und Alf und dem Letzteren glaubte man ja nicht. Jimbo war ja ein „normaler“ Mensch und ich denke, dass sehr viele Menschen auch so gehendelt hätten wie Alf, obwohl sie das nicht wollten. Sie wurden einfach von ihren Gefühlen übernommen. Sie sind ausgerastet und das passiert jedem einmal. Das heisst nicht, dass der Mord hier für mich gerechtfertigt ist, das ist das Töten nie, aber ich kann ihn verstehen, warum er es tat und würde ihm keine Todesstrafe auferlegen, aber das tut man, weil man eben seine Geschichte nicht kennt, nicht weiss, dass Jimbo ein rachsüchtiger Soziopath ist. Die ganze Geschichte ist natürlich erfunden, aber wer weiss, solche Dinge können trotzdem passieren, aber dann wird eben ein eigentlich guter oder normaler Mensch hingerichtet. Was du zu den Staatsgeldern sagst stimmt schon, aber die Probleme mit Psychopathen können nicht einfach gelöst werden, in dem man diese Menschen einfach tötet. Ich weiss auch keine bessere Lösung, aber ich bin einfach gegen die Tötung von Menschen, egal was sie sind. Man sollte vielleicht versuchen die Gedanken eines Psychopathen zu verstehen damit man für ihn eine geeignete Therapie erstellen kann, die ihn sozusagen heilt.

    ^S.H.

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