Fast & Furious 7 Kritik

Fast and furious 7 (f&f 7) hatte sein Premieredatum dieses Jahr am 26.3. Der Film hatte aber schon vorher viele Schlagzeilen gemacht, als einer ihrer Hauptdarsteller Paul Walker durch einen Unfall gestorben ist. So ist er in den letzten Szenen im Film durch seinen Bruder und einer CGI-Maske ersetzt worden. Allgemein kriegt der Film von Kritikern und normalen Kinogängern gute Wertungen (quelle: Imdb) , aber wer würde diesen Film auch schlechte Wertungen geben, denn er ist doch für den guten, alten, toten Paul? Nun ja, ich.

 

Beginnen tut man ja bei einer Kritik immer mit den guten Dingen oder? Der Film war nicht sterbenslangweilig. Fällt mir da noch etwas Gutes ein? Nein.

Beginnen wir also mit dem Schlechten. Wo soll man da eigentlich anfangen? Sagen wir einmal zuerst das, was jeder sagt, wenn er einen Film schlecht gefunden hat. Die Schauspieler waren grottenschlecht. Vin Diesel schafft es wieder hervorragend mit einem einzigen Gesichtsausdruck und einer motonen Stimme uns seine inneren Gefühle zu zeigen. Auch ein Lob an seine Partnerin im Film, die es schafft aus seinen ausdruckslosen Augen 15 Jahre Glück mit ihr herauszulesen. Doch daran kann man nicht lang herumreiten. Meistens spielen die Schauspieler gar nicht schlecht und die Leute sagen das nur, weil ihnen der Film nicht gefällt, sie aber nichts zu kritisieren finden und deswegen auf die Schauspieler losgehen. Aber hier ist es anders und deswegen gehen wir zu den Actionszenen.

Als hochgelobter Actionfilm sollte f&f 7 doch grandiose Action haben, aber dem ist überhaupt nicht so. Vor allem kriegt man das Meiste gar nicht mit, weil ca. 90% der Action mit „shaky cam“ gedreht wurde. Man kann vielleicht sagen, dass das zu der Szene vielleicht besser passt, aber es ist nicht wirklich so. Meistens benutzt man „shaky cam“, weil einem keine Idee einfällt, wie man jetzt beim Dreh dieser Szene die Kamera still halten soll. Eine der wenigen Actionszenen, in der „shaky cam“ wirklich gut daherkommt, findet sich im Film „die Tribute im Panem“ als die Hungerspiele gerade beginnen( hier ). Dazu passt die Stille und das Dröhnen dieser Szenen. Es gibt einen schönen Kontrast, eine Andersartigkeit, denn sonst sind „shaky cam“ Szenen voll mit Geräuschen. Die Verwirrung der Jugendlich wird auch richtig gut mit der „shaky cam“ betont. Dazu ein Vergleich zu f&f 7. Hier passt es nicht wirklich. Es wirkt faul und der Regisseur wollte eher unechte bzw. schlechte Choreographien verhindern. Es sieht so aus als wären die Actionszenen von einem (Roman Pfänder Zitat) Epilleptiker mit Handykamera gedreht worden. Hier ein anderer Vergleich zu einer Kampfszene ohne „shaky cam“ von einer der besten Filme aller Zeiten, Old Boy(von 2003 nicht das Remake von 2013). Diese Szene ist ein einziger „Longshot“(ab der 30ten Sekunde), das heisst es wurde beim Drehen nicht einmal unterbrochen, kein schnitt, dauert fast dreieinhalb Minuten und sieht richtig echt und gut aus. Es hat sicher viele Versuche gebraucht, um alles richtig zu kriegen.

Nächster Punkt, die Dialoge. Ungefähr auch 90% der Dialoge ist Exposition. Für die, die nicht wissen, was das heisst. Exposition ist, wenn der Film uns entweder Hintergrundinformationen oder auch Informationen darüber, was sie machen oder machen werden, gibt, damit der Film aus der Plotsicht verständlicher wird. Das kann durch eben Dialogen dem Zuschauer kommuniziert  werden oder durch grosse, fliegende Buchstaben in einer weit, weit entfernten Galaxie. Das Problem an Exposition in Dialogen ist, dass sie zu unpersönlich und gestellt wirken, da die Exposition an uns gerichtet sind. Dialoge sollten mehr dazu genutzt werden, die Charaktere näher darzustellen, damit wir uns in sie hinein versetzen, damit sie echt wirken, damit wir ihre innere Konflikte verstehen. Wenn aber jeder Dialog in einem Film so abläuft, dass sie in einem Kreis sitzen und darüber reden, was sie gerade machen oder als nächstes tun werden und dann sehen wir, wie sie es tun, ist dann nicht alles wie verschwendet? Und traut man dem Zuschauer dann nicht etwas wenig zu? Als wären zu dumm zu verstehen, dass sie jetzt etwas klauen müssen, nein, man muss es uns mindestens drei Mal erklären! So sehen etwa fast alle der Dialoge in diesem Film aus:

,,Vin Diesel, mein glatzköpfiger, bester Freund, wir müssen zu diesem Ort und dann das holen, um das andere Ding zu machen.“

,,Ok, Paul Walker, mein Bruder, um es nochmal gesagt zu haben und du weisst es sicher, aber wir müssen zu diesem Ort und dann das holen, um das andere Ding zu machen. Und dann gehen wir noch dorthin, um das plot device, die als Hackerin mit Männernamen ohne Persöblichkeit getarnt ist,  zu holen.“

,,Genau! Und das tönt nach einem echt guten Dialog Vin Diesel!“

,,Ja voll, Paul Walker, mein Bruder, meine Familie!“

Und weiter geht es mit dem weiteren Punkt, dem Plot. Der Plot hätte gut sein können. Es hatte schon etwas, aber man hat es dennoch versaut. Der Plot eines Films lebt von seinen Konflikten und deren Konsequenzen, aber dieser Film hat so gut wie keine. Zuerst wird der Antagonist als totaler „Bad ass“ eingeführt, um dann in fast jeder Auseinanderstzung mit den gottgleichen Protagonisten, die jeden Sturz, Unfall überleben, zu verlieren. Der Polizist, der von Dwayne „the rock“ Johnson dargestellt wird, fällt mit einer Ambulanz auf eine Drohne, die gerade eine Rakete abschiessen will. Dadurch gibt es eine Riesenexpolsion und der Polizist steigt ohne einen Kratzer mit glänzenden Muskeln, als hätte er sie vor kurzem mit Babyöl eingestrichen, aus den Trümmer, nachdem er gerade wegen gebrochenen Knochen aus dem Krankenhaus abgehauen ist. Und das ist nur ein Beispiel. Von Vin Diesel, der mit seinem Auto unverletzt eine Klippe runterkracht, wollen wir gar nicht anfangen. So gibt es im Film eben keine richtige Spannung, weil die Protagonisten unzerstörbare Superrennfahrer/Killermaschinen sind und der Antagonist jedes Mal im Film verliert. Der Anfangsplot mit seiner Rache läuft ins Nichts. Er hört einfach irgendwie auf. Der Antagonist ist eigentlich nur eine lästige Fliege, die ab und zu einmal im Film auftaucht, die man aber sofort wieder verscheucht.

 

In alles und allem, es ist gar kein guter Film, für mich zumindest nicht. Das Editing ist ausserdem auch grauenhaft. Es gibt sogar manchmal „black frames“ als Übergang. Der Film wirkt mehr wie ein Trailer.

Er hat zwar wenig richtig gemacht, aber dennoch war er nicht wirklich langweilig und das muss ich ihm lassen, denn das es spass macht ist schlussendlich das Wichtigste in einem Film, egal ob man am Schluss mit offener Kinnlade da sitzt, weil man kaum aus dem Staunen herauskommt, oder mit Schwindel, weil man so oft den Kopf schütteln musste. 

 

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