Vorsätze fürs neue Jahr – ein Gesprächsthema(?)

 

In meiner Familie haben wir eine Tradition, einander unsere guten Vorsätze für das neue Jahr zu erzählen. Es findet an einem zufälligen Tag ende Dezember statt. Wir sitzen vielleicht am Tisch oder im Auto und wir erzählen einander was unsere Vorsätze sind oder machen Vorschläge für die anderen. Also bin ich damit aufgewachsen jedes Jahr ein paar Neujahrsvorsätze zu machen und es war immer nur aus Spass. Manchmal habe ich mich an meine Njvs.(Neujahrsvorsätze) gehalten und manchmal nicht.

Vor einer Weile ist es mir aber aufgefallen, dass viele Leute gegen Njvs. sind und sogar sehr extreme Meinungen haben wieso sie so schlecht sind. Und obwohl ich nichts daran schlimm finde sie zu machen muss ich sagen, die Gegner haben ein paar sehr konkrete Argumente.

Das Argument, dass ich immer wieder höre ist, dass wenn man etwas verändern möchte um sein Leben besser zu machen, soll man nicht warten. Viele sagen, wenn man wirklich etwas will, soll man sofort eine Änderung vornehmen. Natürlich kommt es aber darauf an, was für einen Vorsatz dass man macht.

Ein interessantes Argument, dass ich gehört habe ist, dass wenn man Vorsätze macht soll man darauf achten, dass man sich keine genauen Ziele setzt in Verbindung mit Zahlen. Stattdessen sich dem Ziel zu setzen 50 Bücher zu lesen, soll man sich stattdessen vornehmen einfach mehr Bücher zu lesen. Wenn man sich ein Ziel mit einer Zahl setzt, setzt man sich nicht nur unter mehr Druck genau etwas zu erreichen, sondern nimmt man sich die Möglichkeit weg über seine eigene Erwartungen etwas zu erreichen. Denn wenn man es schafft, diese 50 Bücher fertig zu lesen ist die Chance klein, dass man sich entscheiden wird noch ein Buch in die Hand zu nehmen. Man grenzt sich sozusagen ein. Man nimmt sich auch die Opportunität weg „Krieg und Frieden“ zu lesen, weil man sonst nicht genug Zeit hat für die anderen 49. Es ist auch schlecht, weil es macht etwas, das einem Spass machen soll, zu einer Verpflichtung.

Ich bin aber der Meinung, dass wenn man manche Leute mit Zahlen konfrontiert, kriegen sie mehr Kontrolle über ihr Leben. Denn wir arbeiten eigentlich jeden Tag mit Zahlen. Ich denke kaum, dass sich irgendjemand einfach eine unüberlegte Zahl zwischen 1 und 6 setzt als Wunschnote für die nächste Prüfung oder einfach mal joggen geht, ohne überhaupt eine Ahnung zu haben, wann sie zurückkommen.

Ein Grund, dass viele davon abhält Njvs. Zu machen ist die Angst seine Ziele nicht zu erreichen. Aber ich finde, wenn das der Fall wäre, würde niemand jemals etwas machen aus Angst zu versagen.

Wenn man aber darauf achtet sich Njvs. zu setzen, die erreichbar sind und die man wahrscheinlich auch noch in fünf Monaten gut finden wird, ist dieses Problem eigentlich nicht vorhanden. Wenn man einen grösseren Vorsatz macht z.B. weniger rassistisch zu sein, ist die Chance relativ klein, dass man Mitte August aufwacht und sich überlegt: vielleicht doch ein klein-bisschen rassistisch.

 

Falls ihr euch noch nicht entschieden habt ob ihr gegen oder für Neujahrsvorsätze seid, hier ein paar andere Möglichkeiten.Eine Möglichkeit ist es, einfach zu versuchen besser zu werden, in dem was man schon kann. Oder man kann einfach langsam vorgehen und jeden Monat etwas Neues wählen das man machen will oder besser machen will. Diese werden dann wahrscheinlich zu Angewohnheiten, die dann einfacher zu behalten sind.

 

movierookie

 

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