Legalisierung weicher Drogen

„Unendliches ersehnt der heisse Wunsch.
Nur Endliches gewährt das kurze Leben.“

(Ernst Rumpach, deutscher Dramatiker)

Manchmal überlege ich mir, was ich gerne in meinem Leben bewirken will, was ich ändern möchte. Es ergibt nicht immer Sinn sich etwas zu wünschen. Es ergibt keinen Sinn, dass dich etwas bedrückt, dass du ohnehin nicht ändern kannst. Ohne ein übermächtiges, unterdrückendes System wird nie Weltfrieden herrschen, die Überbevölkerung wird sich nicht eindämmen. Das ist okay für mich. Dem gegenüber sind die Problematiken,  die man sehr wohl ändern könnte.

Prohibition bezeichnet grundsätzlich ein Verbot von Drogen. Der Begriff erlangte 1920 bis 1933 an grösserer Bedeutung, als die Vereinigten Staaten den landesweiten Verkauf, Herstellung und Transport von Alkohol verboten. Da die Nachfrage mit dem Gesetz nicht aufhörte, verbreitete sich von da an alles illegal. Der Kriminalität gelang somit ein grossen Aufschwung. Allein von 1920 bis 1921 stieg sie um 24% an. Dieses Phänomen kann man an vielen ähnlichen Situationen beobachten. Beispielsweise auch an der Prostitution, welche wir in der Deutsch Halbklasse angeschaut haben. Die Ungerechtigkeit am ganzen ist, dass sie meistens nicht die Leute betrifft, welche das entschieden haben. Wenn ein System Lücken aufweist, wird man es zuerst an den ärmeren Bevölkerungsschichten beobachten können. Anhand der früheren geschichtlichen Ereignissen bin ich der Meinung, dass mindestens weiche Drogen legalisiert werden sollten. Die pro-Argumente scheinen mir um einiges überzeugender, als die der contra. (http://de.wikipedia.org/wiki/Legalisierung_von_Drogen) Natürlich gibt es Menschen, für die es durch Suchtgefahr verhängnisvoll wäre. Ich glaube aber, dass eine Sucht eigentlich nicht durch eine simple Lust danach herrührt. Oftmals verbirgt sich dahinter eine schwerwiegendere Ursache. Wir, die Gesellschaft sollten uns um diese Betroffenen kümmern, sodass nicht der einzige Ausweg Drogen darstellt. Durch die Legalisierung könnte man durchaus viele unschuldige Opfer der Kriminalität vorbeugen (Mexiko, Ecuador usw.).

Meint ihr, Drogen sollten legalisiert werden oder nicht? Ein guter, empfehlenswerter Film wäre dazu beispielsweise „Sin Nombre“. Gibt es für euch noch andere Problematiken, welche euch schwerwiegend stören?

-cashew

5 Comments

  1. Gute Überlegungsweise, jedoch bin ich Grundsätzlich gegen die Legalisierung, auch wenn ich einsehe, dass – wenn man die weichen Drogen nicht legalisiert – es die Kriminalitätsrate drastisch erhöht. Denn ich denke auch, dass dies einfach der erste Schritt sein wird zu: „Huch, Kokain ist nicht legalisiert, aber wenn wir das nicht sofort nachholen, werden alle süchtig und werden daran sterben, und ausserdem so schlecht ist es ja gar nicht, das haben ja auch Studien bewiesen!“ Und das wiederum macht mir persönlich ein wenig Angst. Denn man weiss erst seit wenigen Jahren, was für Auswirkungen die Legalisierung von weichen Drogen hat, um von harten mal ganz zu schweigen. Und in diesem Punkt bin ich doch auch mal einer von denen, die, auch wenn ich noch nicht so alt bin, sagen dass Veränderungen eher eine schlechte Tendenz haben. Doch vielleicht habe ich auch einfach Angst davor der Realität ins Auge zu blicken, doch das gehört ja nicht hierher.
    zumi_15

    • Vielen Dank für deinen Kommentar zumi_15!
      “Huch, Kokain ist nicht legalisiert, aber wenn wir das nicht sofort nachholen, werden alle süchtig und werden daran sterben, und ausserdem so schlecht ist es ja gar nicht, das haben ja auch Studien bewiesen!”
      Ähm, wieso „werden alle süchtig und daran sterben“? Wo hast du Studien gefunden, die erwiesen haben, Koks wäre gar nicht so schlimm? Bei mir kam im Internet eher: Hoher psychischer Abhängigkeit, Aggressionen, Verfolgungswahn, Depressionen, Herz-Kreislaufversagen ect. Dazu wäre sicherlich viel Aufklärung nötig, da stimme ich dir zu.
      Zu „Cannabis als Einstiegsdroge“, haben wir eigentlich schon recht viel Erfahrung. Beispiel: Tabak und Alkohol. (Wikipedia:) „…obwohl sie legal erhältlich und erwiesenermaßen gefährlicher unter der Berücksichtigung auf körperliche Schäden und dem Suchtpotenzial sind, steigt deshalb die Masse nicht auf harte Drogen um.“
      Mit dem Eintrag wollte ich auch eher Anspielungen auf grössere Staaten mit mehr Einfluss (wie die USA) machen. Natürlich würde ich mich freuen, wenn die Schweiz, entgegen ihrer üblichen politischen Einstellung, mitmachen würde. Meiner Meinung nach, gibt es nur 2 Lösungen zur Senkung der Kriminalität. Diese ist die weitaus angenehmere.
      -cashew

  2. „Durch die Legalisierung könnte man durchaus viele unschuldige Opfer der Kriminalität vorbeugen (Mexiko, Ecuador usw.).“
    Nehmen wir den Drogenkrieg in Mexiko als Beispiel: Erstens betreiben die involvierten Kartelle (http://de.wikipedia.org/wiki/Golf-Kartell, http://de.wikipedia.org/wiki/Ju%C3%A1rez-Kartell, http://de.wikipedia.org/wiki/Sinaloa-Kartell um nur einige zu nennen) schon lange nicht mehr nur Drogenhandel, sondern vor allem auch Geldwäscherei, Menschen- und Waffenhandel und organisiertes Verbrechen. All dies würde bei Legalisierung von weichen Drogen wohl kaum eingedämmt werden. Zweitens handeln diese Kartelle nicht nur mit weichen Drogen, sondern vor allem mit harten Drogen, wie Kokain. Auch hier würde diese Legalisierung die Kriminalität nur minimal beeinflussen. Drittens geht es in erster Linie gar nicht um die Drogen, sondern um das Geld, die Drogen sind nur der Weg dahin. Eine Legalisierung würde vielleicht die Kriminalrate kurzzeitlich senken, bald würden die Kartelle aber auf andere, gewinnbringendere Branchen umsteigen. So sehe ich angesichts all dieser Faktoren nur wenig Potenzial für diese Angehensweise, wenn es um eine grossräumige Eindämmung des Verbrechens geht.

    Bensky

    • Auf jeden Fall ein gewichtiger Einwand. Welche Möglichkeiten zur Eindämmung der Kriminalität würden dir in den Sinn kommen? Ich glaube nicht, dass man dadurch ALLE Problematiken lösen kann. Nur, dass es der erste Schritt in die richtige Richtung wäre. Die Nachfrage wäre gestört, Kosten würden sich verringern, dadurch kann man das Geld anders einsetzten (wohlmöglich effizienter), mehr Kontrolle in dem Bereich und andere Pro-Argumente. Vielleicht nutzen sie nur kurzfristig und wenig, aber sie nutzen etwas. So wie jetzt kann es in meinen Augen auf keinen Fall weiter gehen.
      -cashew

  3. Legalisierung will keiner. Es ist eine milliardenindustrie. Ob auf seiten des Verkaufs oder auf der Gegenseite.
    Besonders in den USA mit privatisierten Gefängnissen und einer aufgeblähten DEA die sogar im Ausland mit Kriegsmaterial im Einsatz ist und ein bugedt von 3 Milliarden pro Jahr.
    Drogen sind willkomenes Argument um staatliche Einrichtungen zu erfinden und auszuweiten, Befugnisse zu erhöhen und Steuergeldern zu verraten.

    Als überzeugter gegner aller Drogen seh ich nur den weg alle Drogen nicht nur zu legalisieren sondern auch möglichst geringe Preise festzusetzen für einen konzessionierten Handel. Dann wäre der absolut überwiegende teil der Kriminalität nebst Folgekosten über Nacht erledigt.

    Freilich muss man intelligente Maßnahmen treffen um neue süchtige so gering wie möglich zu halten und bestehende zum teil wieder sauber zu bekommen. Verbote sind es nachweislich nach 100jahren drogenkrieg freilich nicht.

    Übrigens startete die anti drogenkampagne als Republik? Wahlkampf mit dem Argument sie würden junge weisse Mädchen zu sexparties mit schwarzen gefügig machen;)))
    Davor waren die meisten Drogen über Jahrhunderte leicht verfügbar. Doch obwohl Überfall erhältlich bliebt die große kollektive massensucht aus.

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